Mercurius solubilis die feinstoffliche Energie des Götterboten Hermes

Halsschmerzen – homöopathische Hilfe wenn kein Antibiotika empfohlen oder nötig ist

„Immer wieder habe ich so eine Erkältung mit diesen schlimmen Schmerzen im Hals“, erzählte mir Herr M., Angestellter eines Versandunternehmens. „Meist wurden mir Antibiotika verordnet, nur jetzt sind die Ärzte da ja etwas zurückhaltender und empfehlen mir mit einer Krankschreibung es einfach auszukurieren. Aber das ist ja nicht so leicht, denn immer, wenn es ‚nicht glatt‘ läuft, das heißt, wenn ich nicht alles unter Kontrolle habe, kann ich mich irgendwie nicht mehr so anpassen und bekomme wieder solche Halsschmerzen. Ich bin immer in Eile, mal hier, mal da, die Anforderungen bringen es mit sich, die Lieferungen müssen erledigt werden. Ich sage immer, es ist kein Problem, aber innerlich habe ich schon Angst Fehler zu machen, da stehe ich sehr unter Druck und meine eigene Toleranzschwelle ist minimal. Ich werde leicht wütend und so passiert es schon mal, obwohl ich mich zusammenreiße, dass mir die Sicherung durchbrennt.
Das war schon immer ein Charakterzug von mir, beständig die Verantwortung zu übernehmen. Dabei weiß niemand von meiner inneren Angst zu versagen. Ja, und wenn ich nicht mehr adäquat reagieren kann, weil ich mich schwach fühle oder zu langsam bin, dann kann ich auch mal den Impuls bekommen etwas Unvernünftiges zu tun. Aber so was hat man ja als erwachsener Mann unter Kontrolle!

Livre De la Renaissance à l'Âge baroque : une collection de dessins italiens pour les musées de France. Exposition présentée au Musée du Louvre, salle de la Chapelle, du 8 juin au 29 août 2005. Paris : Réunion des Musées Nationaux, 2005. ISBN 9782711849758, Public Domain
Hermes schützt Odysseus vor Circe’s Charme, by Annibale Carracci

Die Schwäche fühle ich dann in der Krankheitsphase, ich fange das Zittern an und ständig schwitze ich, egal ob es warm oder kalt ist. Ich schwitze extrem viel und der Schweiß ist unangenehm klebrig und riecht meist nicht gerade gut.“ – Während er dies sagt, grinst er verschmitzt. „Ja, und genauso ist es auch mit meinem Speichel, es ist viel und er schmeckt süßlich und irgendwie metallisch. Im Grunde ist mein Mund- und Rachenraum immer so geschwollen und belegt; oft werde ich wegen dem Mundgeruch angesprochen.

Die Halsschmerzen sind wie von einem Messer stechend und brennend, trotzdem habe ich dauernd das Verlangen zu schlucken. Nachts ist es ganz schlimm, es ist schier die Hölle. Mir fällt auf, dass es mir immer schlechter geht, wenn es zu warm ist oder nass und kalt! Wenn ich mich selber gerade so reden höre, komme ich mir vor wie ein sensibles Thermometer!“ – Er lacht nun herzlich, gerade so als sei er selbst überrascht solch passendes Bild als Beschreibung gefunden zu haben.

Halsschmerzen:
sind meist durch eine Entzündung im Rachen oder der Rachenmandeln verursacht. Ca 80% der Fälle sind viral bedingt (und deshalb nicht sofort mit Antibiotika behandelbar) und selbst bei den verbleibenden 20% wird eine Antibiotikatherapie heute, wegen der Zunahme der resistenten Keime, nicht mehr automatisch empfohlen.

Allgemeine Maßnahmen, die je nach Typ helfen können, sind bekanntermaßen: schmerzlindernde Lutschtabletten, Salbei oder Kamille-Spülungen, kalte oder warme Umschläge, sowie kalte oder warme Getränke.

Ärztliche Hilfe ist nötig:  wenn die Schmerzen länger als 2 Tage anhalten, bei starker Schwellung, wenn die Mandeln belegt sind, wenn hohes Fieber und schwere allgemeine Beeinträchtigung besteht, die Halslymphknoten sehr anschwellen und schmerzhaft sind oder das Schlucken stark behindert ist.

Aus der Hausapotheke die wichtigsten homöopathischen Arzneien, die helfen können:
Apis, Argentum nitricum, Belladonna, Hepar sulfuris, Lachesis, Lac caninum, Lycopodium, Mercurius solubilis, Phytolacca

flüssige Quecksilber-Tropfen by Unkky, CC BY-SA 3.0

Der oben beschriebene Akut Fall ist beispielhaft für eine der oben erwähnten Arzneien. Mercurius solubilis, hergestellt aus dem schwarzen Quecksilberoxyd. Schon der Name weist auf den kleinsten und schnellsten Planeten  Merkur hin, der mythologisch Hermes, dem Götterboten, zugeordnet wird. Er galt als Schutzgott der Kaufleute, Händler, Diebe und Zuhälter. In der Alchemie galt Quecksilber als das Grundprinzip der Schöpfung und als Quintessenz allen Seins.

Unbekannt

Das homöopathische Arzneimittelbild ist wie der ‚Affe der Arzneimittel‘, es passt sich an und ist schwer zu greifen. Es reagiert auf alle Temperatur Veränderungen wie ein Thermometer, auf alle Schwingungen, Druckveränderungen, wie ein lebendes Barometer. Im Grunde verschlechtert alles!

Und  es ist genau so, wie bei der Ursubstanz dem Quecksilber, welches als einziges Metall bei normalen Temperaturen flüssig ist: versucht man es zu fassen, teilt es sich erneut.

Schon bei den Alten Chinesen und Ägyptern war es als Argentum vivum ‚flüssiges Silber‘ bekannt, Vereinfacht dargestellt ist die Arzneimittelenergie wie der ‚Geist aus der Flasche‘. Flüchtig, nicht zu greifen, launenhaft, wenn frei, dann wieder gut drauf und mächtig und wenn eingesperrt bereit zur Gegenreaktion. Wenn wir uns hier die ‚Flasche‘ als das Gefängnis, die  ‚Unterdrückung‘ vorstellen, entwickelt sich darin eine immer heftigere Pathologie. Hier wird die zugrundeliegende zerstörerische Kraft spürbar, die auch in der Toxizität von Quecksilber wirkt.
Bekannt sind Quecksilbervergiftungen z.B. bei Goldwäschern und Hutmachern.

The Mad Hatter, illustration by John Tenniel

Die Redewendung ‚Verrückt wie ein Hutmacher‘ etablierte sich nach gehäuften Vergiftungsfällen bei Hutmachern in Danbury, Conneticut/USA. Im Zentrum dieses Industriezweiges waren die Hutmacher den Quecksilberdämpfen beim Filzen der Tierfelle ausgesetzt. Die so ausgelösten Vergiftungszustände waren sogar als Berufskrankheit anerkannt! Mit der Figur ‚Der Hutmacher‘ in ‚Alice im Wunderland‘ hat sich dieser Charakter im kollektiven Gedächtnis der Popkultur verankert.

Die klinischen Symptome der Quecksilbervergiftung sind Persönlichkeitsveränderungen und Tremor (Zittern), Depression, Schlappheit, akute Angstzustände und irrationale Ängste mit Reizbarkeit, Nervosität und vieles mehr.

Körperlich auffallende Vergiftungssymptome sind Speichelfluss, schwammiges Zahnfleisch, Zahnausfall, Haarausfall sowie Ulcerationen (Geschwürbildung).

Quecksilber war eine der ältesten Arzneien, die in der Medizin verwendet wurde. Schon Paracelsus mahnte, dass die Dosis nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ in der richtigen chemischen Form gegeben werden sollte. Bei der Behandlung von Syphilis wurde es zur meist verabreichten Arznei. ‚Eine Nacht mit Venus‘ wurde mit ‚Ein Leben lang mit Merkur‘ gleichgesetzt.

By Jacobus Ferdinandus Saey - Dorotheum, Public Domain
Jacob Ferdinand Saeys Barocker Palast mit Park

Wir können in der heutigen Zeit gar nicht mehr sicher herausfinden, woher die toxischen Spuren von Quecksilber in uns kamen: ob nun durch Amalgamfüllungen in unseren Zähnen, durch Quecksilberverbindungen in Impfstoffen, durch Müllverbrennung oder ähnlichem. Die Grenzwerte werden hierzulande inzwischen streng reglementiert, doch es gibt aber leider immer noch viel zu viel Gebiete auf der Erde (wie z.B. in Peru oder im Amazonasgebiet), wo Menschen weiterhin diesem Gift ausgesetzt sind.

Die Krankheitszeichen in dem oben beschriebenen Fall mit den wiederkehrenden Halsentzündungen zeigten deutlich die Ähnlichkeit mit dem homöopathischen Arzneimittel  Mercurius solubilis, welches bereits Samuel Hahnemann hergestellt und geprüft hatte.

Seinem weitsichtigem Geist ist es zu verdanken, dass die Arznei nun medizinisch in ‚zarten Dosen‘ wirklich zur tiefen Heilung beitragen kann.