Hamamelis virginiana – Hexenhasel oder Zaubernuss

Der Termin für die ältere Dame war nicht leicht auszumachen. Erst versuchte ich allen ihren Vorstellungen entgegen zu kommen. Aber nach einer Weile merkte ich, dass die Art und Weise, wie sie beschäftigt und engagiert ihr Leben darstellte, schon sehr speziell erschien.
Dies war bereits der erste „Einblick“ in die Energie der Arznei, ohne dass ich eine Ahnung hatte auf welche!
Mir schien es, als ob ich es mit einer wichtigen Person zu tun habe, die in ihrem Leben respektiert werden möchte und in meinem Fall eben, dass ich ihr mit einem Terminvorschlag „entgegen zu kommen habe“!
Der Termin fand dann am Freitagabend relativ spät statt, es ging ja auch um ein heikles diffiziles Thema: Hämorrhoidalblutungen.
Während unseres Gespräches war immer wieder jene distanzierte Art und Weise spürbar, wie ich sie schon bei der Temin Vereinbarung spürte. Die Blutungen der Hämorrhoiden waren aufgetreten, nachdem sie ihr letztes Kind entbunden hatte. Das war über 40 Jahre her und seit dieser Zeit hatte sie alles Mögliche versucht, aber keine Therapie hatte ihr dafür Erleichterung geschaffen. Krampfadern in den Beinen wurden operiert. Jede therapeutische Maßnahme beschrieb und erörterte sie ausführlich.

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Die Brechnuss Nux vomica nur ein „Katermittel“?

Schon in den Anfängen meiner Homöopathie Ausbildung machte in diversen Bekanntenkreisen ein homöopathischer „Geheimtipp“ die Runde. Und zwar die besten Globuli für den „Tag danach“, damit war der Kater nach einer wilden Party gemeint. Manche waren so begeistert von der Wirkung, dass sie behaupteten, die Globuli immer mit dabei zu tragen.

Ja und das stimmt auch! Es ist eben diese spezielle „Kater-Indikation“ (Einsatz zum Heilzweck), die bekannt ist oder von der man evtl. schon mal gehört hat.

Aber warum ist das so? Und was steckt dahinter?

Die Brechnuss, Krähenauge oder „Strychnos nux vomica“ ist ein Strychnin haltiger Baum der in Indien und Sri Lanka heimisch ist. Er gehört zu der Pflanzen-Familie der Loganiaceae. Das sind meist Bäume, Sträucher oder Kletterpflanzen, die gemeinhin wegen ihres Alkaloids, dem Strychnin, bekannt sind. Aus manchen Arten dieser Pflanzenfamilie wird z.B das südamerikanische Curare-Pfeilgift hergestellt. Hierzulande war Strychnin lange Zeit das Rattengift der Wahl und wird bis heute immer noch als Gift assoziiert.
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Die Schlangen-Energie in der Homöopathie am Beispiel der Korallennatter

Im vorderen Orient stand die Schlange als Symbol für Weisheit und Erkenntnis, ihr sprach man zu, die tiefen Geheimnisse des Lebens zu verstehen. Auch nach der biblischen Geschichte mit der Vertreibung aus dem Paradies, hat diese Vorstellung überlebt. So ist die Äskulapnatter am Stab von Asclepios, dem griechischen Gott der Heilkunst, immer noch das Symbol für den Stand der Ärzte. Bei den Germanen hatte die Midgardschlange, welche die Welt umspannt, eine wichtige Bedeutung.

Ouroboros. Zeichnung von Theodoros Pelecanos aus Synosius, einem alchemistischen Traktat (1648)

Auch in Märchen und Mythen begegnen uns immer wieder verschiedenste Facetten geheimnisvoller Schlangen-Energien.

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Die Berührung der Lebenskraft ist eine Frage der Resonanz

Dem Gefühl der tiefen Berührung in unserem Inneren, folgt manchmal ein kurzer Moment des Innehaltens und der Ruhe, bevor wir eine Reaktion auf dies Ereignis wahrnehmen. Im Positiven geht es uns so, wenn wir uns verlieben, tiefe Zuneigung spüren, eine wohlige Situation erleben in der wir uns einfach gut fühlen. Das kann sich aber auch ganz anders anfühlen, sozusagen im Gegenteil als Schock oder Krankheit. Das kann jeweils schnell oder schleichend wahrgenommen werden. Die Gründe für eine im Inneren gespürte Veränderung können aber auch ganz banal sein wie etwa Hunger, Temperaturveränderungen …

Die Kraft, die solches Erleben anzeigt ist die, in uns lebenden Wesen wirkende und wie Hahnemann sagte,  „geistartige“ Lebenskraft.  Im Allgemeinen machen wir uns keine großen Gedanken über die in uns wirkende Lebenskraft. Wenn unser Leben so von uns gewohnt „läuft“, entspricht es der heute oft gehörten „s‘past scho“-Phrase.

Die kleineren Unpässlichkeiten, Beschwerden sehen wir als vorübergehendes Geschehen, welches das Leben einfach so mit sich bringt. Das ist auch gut so. Denn die Lebenskraft lenkt alle notwendigen körperlichen Abläufe und Funktionen, die nötig sind um uns am Leben zu erhalten. Dass es jedoch weit über körperliche Regulierungsprozesse hinaus Wirkungsbereiche der innewohnenden Lebenskraft gibt, ist schwer vorstellbar. Weiterlesen

„Nur Fieber“ mit dem Erleben von „altem Eisen“

„Mein Immunsystem ist schon lange nicht mehr so, wie ich es bräuchte, um mich durchzusetzen!“ Dies waren die ersten Worte des 42 jährigen Mannes der wegen häufiger Fieberepisoden zu mir kam. Die wiederkehrenden Infekte oder Zeiten mit Fieber konnte er mir nicht genauer beschreiben, als dass es eben immer wieder „nur dieses permanente Fieber“ sei.

Auf mehrere Versuche doch noch etwas mehr von diesen Zuständen zu erfahren, erklärte ich ihm, dass ich ihn mit seinen Beschwerden besser kennenlernen möchte.

Daraufhin erzählte er wie folgt: „Ich hatte in meinem Leben immer das Gefühl voller Kraft die Dinge, die es zu erledigen gab, durchzukämpfen. Dadurch war ich immer sehr beliebt bei meinen Freunden, denn die konnten sich auf mich verlassen, dass ich immer den Kopf hinhielt z.B., wenn es in der Schule Ärger gab. Für die habe ich alles gegeben! Wenn ich für mich selbst einstehen sollte, bin ich aber auch oft verlegen gewesen und habe einen roten Kopf bekommen. Normal bin ich schon immer blass. Als Kind war ich eigentlich weniger erkältet und wenn, dann hatte ich nur Husten. Das dauerte meist ewig, so dass der Kinderarzt früher schon von Krupp gesprochen hat. Jetzt ist es immer nur die Temperatur, die hoch geht, als ob da mein Immunsystem kämpft. Ja, da spüre ich, dass ich sehr schwach bin.“ Weiterlesen

Piper nigrum

Piper nigrum, der schwarze Pfeffer, einmal homöopathisch betrachtet, potenziert verordnet –und passend zur Jahreszeit im Pfefferkuchen

Die Familie der Pfeffergewächse bringt einige, in der Küche beliebte Gewürze hervor. Der stimulierende scharfe Geschmack des schwarzen und weißen Pfeffers gehört heute in jedes Gewürzregal. Doch früher war der Pfeffer ein kostbares Gut und wurde zeitweilig sogar mit Gold aufgewogen. Er galt als „König der Gewürze“.

Modell der Nao Lionarda, eines von drei Handelsschiffen eines deutsch-italienischen Konsortiums, das 1505/1506 nach Indien segelte, um von dort Gewürze, v.a. Pfeffer, nach Europa zu bringen. Modell von Hartmut Walter, im Fugger-und-Welser-Erlebnismuseum Augsbug by Neitram – Own work, CC BY-SA 4.0

Händler, die ihren Reichtum unter anderem dem Pfeffer zu verdanken hatten, wurden als Pfeffersäcke bezeichnet. Pfeffer war ein besonderer Luxusartikel, erlangte seine Bedeutung aber vor allem dadurch, dass mit seiner Hilfe Lebensmittel lange haltbar gemacht werden konnten.
Der scharf brennende Geschmack des Pfeffers kommt über die Erregung von Wärme- und Schmerzrezeptoren zustande. Reflektorisch werden Speichel- und Magensaftsekretion angeregt, ebenso die Ausschüttung von Verdauungsenzymen. Pfeffer hat daher eine deutlich appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung. Er kam in der Phytotherapie aber auch in Arzneimitteln sowie Tonika zur Anwendung. Dafür wird er aber heutzutage in Europa kaum noch eingesetzt.
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„Schwimmerohr“ – Vorbeugung – Abhilfe – „Otitis externa“ Fallbeispiel

Herrlich, dieser Sommer mit Badevergnügen, ausgelassenem Toben, Schwimmen und Planschen in Pools, Schwimmbädern und Seen. Ja, wir kennen dieses fröhliche Treiben in den Sommermonaten und in unserem Urlaub sicherlich aus eigener Erfahrung.
Das sogenannte „Schwimmerohr“ kann einem dieses Vergnügen jedoch gründlich versauen! Auch die Begriffe wie „Bade-Otitis“ oder „Taucher-Ohr“ stehen für das durch Wasser im Gehörgang ausgelöste Geschehen.
Meist handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa), deren Schmerzen im Ohr sehr beängstigend und heftig sein können. Wenn es schon so weit gekommen sein sollte, ist in jedem Fall medizinische Abklärung gegenüber der Mittelohrentzündung (Otitis media) nötig!

Was kann nun in unserem Gehörgang zu solch einem Prozess führen?
Man kann es sich kaum vorstellen, dass das Wasser allein daran schuld sein soll.
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