„Nur Fieber“ mit dem Erleben von „altem Eisen“

„Mein Immunsystem ist schon lange nicht mehr so, wie ich es bräuchte, um mich durchzusetzen!“ Dies waren die ersten Worte des 42 jährigen Mannes der wegen häufiger Fieberepisoden zu mir kam. Die wiederkehrenden Infekte oder Zeiten mit Fieber konnte er mir nicht genauer beschreiben, als dass es eben immer wieder „nur dieses permanente Fieber“ sei.

Auf mehrere Versuche doch noch etwas mehr von diesen Zuständen zu erfahren, erklärte ich ihm, dass ich ihn mit seinen Beschwerden besser kennenlernen möchte.

Daraufhin erzählte er wie folgt: „Ich hatte in meinem Leben immer das Gefühl voller Kraft die Dinge, die es zu erledigen gab, durchzukämpfen. Dadurch war ich immer sehr beliebt bei meinen Freunden, denn die konnten sich auf mich verlassen, dass ich immer den Kopf hinhielt z.B., wenn es in der Schule Ärger gab. Für die habe ich alles gegeben! Wenn ich für mich selbst einstehen sollte, bin ich aber auch oft verlegen gewesen und habe einen roten Kopf bekommen. Normal bin ich schon immer blass. Als Kind war ich eigentlich weniger erkältet und wenn, dann hatte ich nur Husten. Das dauerte meist ewig, so dass der Kinderarzt früher schon von Krupp gesprochen hat. Jetzt ist es immer nur die Temperatur, die hoch geht, als ob da mein Immunsystem kämpft. Ja, da spüre ich, dass ich sehr schwach bin.“ Weiterlesen

Piper nigrum

Piper nigrum, der schwarze Pfeffer, einmal homöopathisch betrachtet, potenziert verordnet –und passend zur Jahreszeit im Pfefferkuchen

Die Familie der Pfeffergewächse bringt einige, in der Küche beliebte Gewürze hervor. Der stimulierende scharfe Geschmack des schwarzen und weißen Pfeffers gehört heute in jedes Gewürzregal. Doch früher war der Pfeffer ein kostbares Gut und wurde zeitweilig sogar mit Gold aufgewogen. Er galt als „König der Gewürze“.

Modell der Nao Lionarda, eines von drei Handelsschiffen eines deutsch-italienischen Konsortiums, das 1505/1506 nach Indien segelte, um von dort Gewürze, v.a. Pfeffer, nach Europa zu bringen. Modell von Hartmut Walter, im Fugger-und-Welser-Erlebnismuseum Augsbug by Neitram – Own work, CC BY-SA 4.0

Händler, die ihren Reichtum unter anderem dem Pfeffer zu verdanken hatten, wurden als Pfeffersäcke bezeichnet. Pfeffer war ein besonderer Luxusartikel, erlangte seine Bedeutung aber vor allem dadurch, dass mit seiner Hilfe Lebensmittel lange haltbar gemacht werden konnten.
Der scharf brennende Geschmack des Pfeffers kommt über die Erregung von Wärme- und Schmerzrezeptoren zustande. Reflektorisch werden Speichel- und Magensaftsekretion angeregt, ebenso die Ausschüttung von Verdauungsenzymen. Pfeffer hat daher eine deutlich appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung. Er kam in der Phytotherapie aber auch in Arzneimitteln sowie Tonika zur Anwendung. Dafür wird er aber heutzutage in Europa kaum noch eingesetzt.
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Calcium carbonicum Hahnemannii – Die Entdeckung der Langsamkeit – Annäherung an die große homöopathische Arznei

Samuel Hahnemann verwendete den schneeweißen Teil, der zwischen der inneren und äußeren Schicht der Austernschale liegt, zur Herstellung der Arznei Calcium carbonicum. Er hielt es für das reinste Kalziumcarbonat. Doch als das Produkt eines Meerestieres enthält es auch Spurenelemente, die im Meerwasser vorhanden sind. Genau diese Tatsache macht es zu einem sehr komplexen und weit größerem Arzneimittel, als es ein chemisch hergestelltes, reines Kalziumcarbonat wäre!

Das feinstoffliche Ähnlicheitsprinzip von Calcium carbonicum zieht sich durch die ganze Natur dieser Arznei und somit entspricht auch ein entscheidender Anteil der Austernmuschel.

Schale einer Auster von I, Manfred Heyde, CC BY-SA 3.0

Es geht um die wesentliche Natur von Schutz gegenüber äußeren Einflüssen und um Stabilität sowie die Organisation innerer Einflüsse. Das Bild des schwachen „Inneren“ der Auster ohne Struktur birgt die Notwendigkeit des Aufbaus einer stabilen Schale zum Schutz als überlebenswichtiges Rückzugsmittel. Somit wird dem „Erbauer von festem Boden aus fließendem Wasser“ im Organismus zwei Polaritäten zugeordnet: die harte Schale der Außenwelt und der weiche Kern der Innenwelt. Weiterlesen

„Schwimmerohr“ – Vorbeugung – Abhilfe – „Otitis externa“ Fallbeispiel

Herrlich, dieser Sommer mit Badevergnügen, ausgelassenem Toben, Schwimmen und Planschen in Pools, Schwimmbädern und Seen. Ja, wir kennen dieses fröhliche Treiben in den Sommermonaten und in unserem Urlaub sicherlich aus eigener Erfahrung.
Das sogenannte „Schwimmerohr“ kann einem dieses Vergnügen jedoch gründlich versauen! Auch die Begriffe wie „Bade-Otitis“ oder „Taucher-Ohr“ stehen für das durch Wasser im Gehörgang ausgelöste Geschehen.
Meist handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa), deren Schmerzen im Ohr sehr beängstigend und heftig sein können. Wenn es schon so weit gekommen sein sollte, ist in jedem Fall medizinische Abklärung gegenüber der Mittelohrentzündung (Otitis media) nötig!

Was kann nun in unserem Gehörgang zu solch einem Prozess führen?
Man kann es sich kaum vorstellen, dass das Wasser allein daran schuld sein soll.
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Die Frage nach der homöopathischen Potenz – immer wieder spannend!

Die Wahl der passenden homöopathischen Arznei setzt viel Wissen, Erfahrung und Sorgfalt voraus. Da es für Laien immer mehr Homöopathie Ratgeber gibt, die sehr erfolgversprechend verkauft werden, sollte hier mal etwas Theoretisches über die Potenzwahl erklärt werden.
Die Herstellungsweise der homöopathischen Arzneien, das sogenannte Potenzieren einer Ursubstanz wurde von Samuel Hahnemann klar definiert: es beginnt mit der Verreibung des Ausgangsstoffes in Milchzucker, gefolgt von der vielfachen Verdünnung und dem Verschütteln ganz genau nach Anweisungen beschrieben im Homöopathischen Arzneibuch – HAB. Auf diese Weise wird die arzneiliche Wirkung bei jedem Arbeitsschritt verstärkt und mehr entfaltet. Die so hergestellten Arzneien sind hochwirksam und verlangen unseren Respekt. Weiterlesen

„Das Kälbchen Rosalie“ – ein Beispiel von Pulsatilla pratensis, die Kuhschelle

Ein „Arzneimittel-Bild“ in der Homöopathie, was ist das eigentlich?

Die Arzneien, welche in der homöopathischen Behandlung verordnet werden, sollten immer möglichst exakt der Ähnlichkeit des Krankheitsbildes entsprechen. Um nun ein “Arzneimittel-Bild“ zu beschreiben ist es hilfreich, ein “Krankheits-Bild“, also den Zustand (des Patienten) in der Krankheit genauer zu betrachten. Dazu gehören nicht nur die objektiven Krankheits-Symptome, wie die Beschwerden des Kranken, sondern auch die Umstände, die Modalitäten, die eine Verschlimmerung oder einer Besserung der Beschwerden auslösen dazu, die Uhrzeiten sowie die Gemütszustände, Begleitbeschwerden, als auch sonstige ungewöhnlichen Auffälligkeiten.

Diese hat Hahnemann in seinem Organon der Heilkunde im § 153 folgendermaßen beschrieben: es sind „… die auffallenden, sonderlichen, ungemeinen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles vorzüglich und fast einzig fest in’s Auge zu fassen; denn vorzüglich diesen müssen sehr ähnliche in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passende zur Heilung seyn soll.“

Mit diesen Worten, in der für uns zwar altertümlich anmutenden Sprache, aber mit einer unglaublich exakt formulierten Anweisung, können wir uns dem Verständnis der Energie der Arznei als “Kunstkrankheit“ ähnlich der Energie eines “Krankheits-Falles“ nähern. Weiterlesen

Die Dosis macht’s – Arsenicum album

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht‘s, dass ein Ding kein Gift sei.“ Dieses Zitat von Paracelsus lässt sich besonders deutlich in der Wirkung der potenzierten Arznei Arsenicum album beobachten. Allein der Name Arsen ist sofort mit dem tödlichen Gift assoziiert und wir verbinden damit allerlei Vergiftungsmorde aus Kriminalgeschichten wie z. B. „Arsen und Spitzenhäubchen“ oder auch „Der Name der Rose“.
Das metallische Arsen ist ein Element aus der Stickstoffreihe im Periodensystem. Meist ist es in einer Salzverbindung unter anderem mit Schwefel oder Antimon gebunden in der Erdkruste vorhanden. Natürlich kommt es jedoch selten vor.

Albertus Magnus gilt als erster Hersteller reinen Arsens (um 1250)

Der Name stammt vom griechischen „arsenikon“, welches das gelbe Auripigment beschreibt, eine Verbindung von Arsen und Schwefel, die „Arsenblende“ oder „Rauschgelb“. Als „Königsgelb“ war es besonders bei holländischen Malern populär.
Die Leitsymptome der potenzierten Arznei Arsenicum album (Weißes Arsentrioxid), spiegeln nicht nur die Vergiftungszeichen mit Arsen wieder, sondern stammen auch aus der Arzneimittelprüfung, die schon von Samuel Hahnemann durchgeführt wurde.
Zusätzlich aufgelistet aus all den mit Arsenicum album geheilten Fällen, die sich in der Materia Medica wiederfinden. Weiterlesen