„Das Kälbchen Rosalie“ – ein Beispiel von Pulsatilla pratensis, die Kuhschelle

Ein „Arzneimittel-Bild“ in der Homöopathie, was ist das eigentlich?

Die Arzneien, welche in der homöopathischen Behandlung verordnet werden, sollten immer möglichst exakt der Ähnlichkeit des Krankheitsbildes entsprechen. Um nun ein “Arzneimittel-Bild“ zu beschreiben ist es hilfreich, ein “Krankheits-Bild“, also den Zustand (des Patienten) in der Krankheit genauer zu betrachten. Dazu gehören nicht nur die objektiven Krankheits-Symptome, wie die Beschwerden des Kranken, sondern auch die Umstände, die Modalitäten, die eine Verschlimmerung oder einer Besserung der Beschwerden auslösen dazu, die Uhrzeiten sowie die Gemütszustände, Begleitbeschwerden, als auch sonstige ungewöhnlichen Auffälligkeiten.

Diese hat Hahnemann in seinem Organon der Heilkunde im § 153 folgendermaßen beschrieben: es sind „… die auffallenden, sonderlichen, ungemeinen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles vorzüglich und fast einzig fest in’s Auge zu fassen; denn vorzüglich diesen müssen sehr ähnliche in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passende zur Heilung seyn soll.“

Mit diesen Worten, in der für uns zwar altertümlich anmutenden Sprache, aber mit einer unglaublich exakt formulierten Anweisung, können wir uns dem Verständnis der Energie der Arznei als “Kunstkrankheit“ ähnlich der Energie eines “Krankheits-Falles“ nähern. Weiterlesen

Was ist eigentlich eine „Erstverschlimmerung“ in der Homöopathie

Immer wieder werde ich in der Praxis gefragt, ob es im Zuge einer homöopathischen Behandlung zu einer anfänglichen „Verschlimmerung“ kommt. Verbreitet ist die Sorge, dass es nach der Einnahme der homöopathischen Arznei zwingend zu einer heftigen Zunahme der Krankheitssymptome kommt. Verbreitet ist die Meinung: „Bei der Homöopathie wird immer alles erst schlimmer, bevor es besser wird.“

Der Frage, was mit dem Begriff „Erstverschlimmerung“ gemeint ist, wie sie entsteht und wie sie bewertet werden muss, folgen unmittelbar weiteren Fragen: ob eine „Erstverschlimmerung“ gewünscht ist, weil sie eine gute Arzneiwirkung bedeutet? Ob es immer zu einer „Verschlimmerung“ kommen muss? Wie lange muss man die „Verschlimmerung“ aushalten? Und ist eine „Erstverschlimmerung“ wirklich schlimmer? Dies klingt ja dramatisch! Und deshalb der Reihe nach: Weiterlesen

Helleborus niger – die Christrose

ist eine Arznei, die besonders am Anfang und Ende eines Lebens, wenn die Bedürftigkeit nach Schutz überlebenswichtig ist und Hilfe und Unterstützung dringend benötigt werden, große Bedeutung hat.
Individuelle, prägnante Zeichen und Besonderheiten können zur Arzneimittelfindung in der Differenzierung bestimmter Arzneimittelbilder wichtige Hinweise sein.
In der Homöopathie gibt es Arzneien, die bei der Verschreibung in der Kinderheilkunde eine besondere Bedeutung haben. Wenn in der frühkindlichen Lebensphase Defizite erkennbar werden oder tiefer liegende Verzögerungen körperlicher oder auch geistiger Natur die  Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, wird eine homöopathische Behandlung in Erwägung gezogen. Die Eltern spüren meist recht deutlich, dass es bei ihrem Kind einen Mangel, eine feine Unterscheidung zu anderen Kindern oder wirkliche Beeinträchtigungen gibt.

Arzneien, die jeweils genau diese individuelle Färbung des Defizites in der “Andersartigkeit“ abbilden, stehen in ihrem Entwicklungspunkt in der Evolution oft auch am Anfang der Entwicklungsgeschichte auf der Erde.
Bei den Mineralien sind es vermehrt die Elemente oder Salze am Anfang oder oben in den Reihen des Periodensystems. Dort sind die Elemente noch sehr einfach und gekennzeichnet von einem dringenden “Bedürfnis nach Unterstützung in ihrer Elektronenkonfiguration“ um stabil zu werden. Elemente, die in der Natur besonders in Verbindungen vorkommen, da sie ein stabilisierendes Element benötigen und daher isoliert  sofort  wieder eine Verbindung eingehen. Weiterlesen

Zart besaitet – wenn Reize von außen schutzlos ins Innere strömen

„Du reagierst wieder wie ein Ei ohne Schale“, „Reagiere doch nicht so empfindlich“ oder: „Lass es doch einfach mal an dir abprallen“ sind Kommentare die viele von uns kennen. Besonders, wenn wir uns etwas geschwächt fühlen oder in einer belastenden Situation stecken, erleben wir uns mitunter als „dünnhäutig“ und nicht mehr so belastbar.
Diese Empfindsamkeit kann verstanden werden und gehört zum Wesen des jeweiligen Menschen.
Die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz: lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) Krisen zu bewältigen, kann sich je nach Erfahrungen und Einflüssen im Leben eines Menschen verändern. Grundvoraussetzungen sind unter anderem Urvertrauen und positive Erfahrungen zu mindestens einer Bezugsperson im Leben eines Kindes. Der Mensch entwickelt sich in der Regel zu einer „reifen Persönlichkeit“, wenn diese Schutzfaktoren im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden.
Was spielt sich aber bei Menschen ab, die schon in ihrer Natur feinfühlig sind? Weiterlesen

Der Rittersporn – Empfindsamkeit und Reaktion auf Furcht vor Verletzung

Das – jedem homöopathischen Arzneimittel innewohnende –  wirksame Energiemuster lässt sich manchmal mit ein paar kurzen, prägnanten Worten, wie eine “Eselsbrücke“, zusammenfassen. Was verstehen wir daraus von der, nach dem Ähnlichkeitsprinzip angewendeten, potenzierten Arznei?

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„Ajax suicide“ by Wilhelm Bauer (1600 – 1642)

Für die Arznei Delphinium staphisagria, dem Stephanskraut, steckt schon ein wenig im deutschen Namen “Rittersporn“. Der Legende nach wuchs die Pflanze genau dort, wo der griechische Held Ajax, entehrt, außer sich vor Wut und in Rage, sich selbst tötete und sein Blut den Boden benetzte.

Staphisagria gehört zu der Gruppe der Hahnenfußgewächse, ebenso wie Pulsatilla (die Küchenschelle), Ranunculus bulbosus (die Butterblume) oder Aconitum (der Sturmhut). Sie alle zeichnen sich durch eine besondere Empfindsamkeit aus. Aber in jedem dieser Arzneimittel gibt es diesbezüglich eine besondere „Färbung“. Im Fall von Staphisagria, geht es um die romantische Desillusionierung, um die Ehre. Da blitzt schon etwas von dem, oben erwähnten, ritterlichen Umgang hervor! Weiterlesen

Zecken – was kann ich tun?

Zecken gibt es einfach – Hilfe auch

Jedes Jahr aufs Neue, wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, stellt sich die Frage: soll ich mich gegen Zecken impfen?…oder nicht?
Es gibt ein paar wissenswerte Fakten rund um das Thema Zecken.

Zeckenwarnung
„Zeckenwarnung“ von Matthias Apsel – Eigenes Werk, CC0

Es gibt keine wirkliche Sicherheit von einer Zecke gebissen zu werden, es gibt aber einiges durchaus wissenswertes zu beachten. Was schützt uns vor dem Biss? Als erstes auf geschlossene Schuhe und Kleidung achten, wenn es hinaus in die Natur geht durch Wiesen, Wald und Gebüsch. Nach einem Spaziergang oder bei Kindern, die gerne draußen spielen, regelmäßig, sollte der ganze Körper nach Zecken abgesucht werden. Es dauert in der Regel eine Weile bis sich eine am Körper wandernde Zecke festsetzt. Das geschieht meist an warmen, gut durchbluteten Stellen wie z.B. den Leisten, oder an Stellen wo, die Haut weicher ist.
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Trauma überwinden und „weiter fliegen“

Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet erst einmal ganz allgemein Verletzung oder Wunde. Medizinisch bezeichnet es eine durch Unfall oder Gewalteinwendung hervorgerufene Verwundung. Analog dazu kennen wir den Begriff Psychotrauma, hervorgerufen durch eine starke psychische Erschütterung, die durch ein traumatisierendes Erlebnis hervorgerufen wurde.

Wenn diese Begriffe uns gerade in der heutigen Zeit immer wieder begegnen, ist es hilfreich sich ein paar Dinge zu vergegenwärtigen.

Das Risiko einmal im Leben ein traumatisierendes Ereignis zu erleben ist größer als man denkt. Die davon hervorgerufenen Belastungsreaktionen können oft sehr gut bewältigt werden. Dies geschieht in dem Zeitraum von ca. 4 – 6 Monaten. Das soziale Umfeld, eine gesicherte Umgebung und Verständnis können positiv zur Heilung beitragen. Die durch Selbstheilungskräfte mögliche Verarbeitung (Resilienz), kann sozusagen ein Zurückkommen, Anknüpfen an das Lebensgefühl vor dem Ereignis möglich machen. Wenn die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auftritt, ist eine Therapie dringend angeraten, nicht nur weil der Körper innerlich den „Stress“ weiter erlebt. Auch ein einfacher Reiz, kann zu einer erneuten Kaskade von überbordenden Empfindungen führen. Hier sprechen wir von einer Re-Traumatisierung. Der Betroffene bedarf dringend einer konstanten Stabilisierung und geschulter Begleitung.
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