Was ist eigentlich eine „Erstverschlimmerung“ in der Homöopathie

Immer wieder werde ich in der Praxis gefragt, ob es im Zuge einer homöopathischen Behandlung zu einer anfänglichen „Verschlimmerung“ kommt. Verbreitet ist die Sorge, dass es nach der Einnahme der homöopathischen Arznei zwingend zu einer heftigen Zunahme der Krankheitssymptome kommt. Verbreitet ist die Meinung: „Bei der Homöopathie wird immer alles erst schlimmer, bevor es besser wird.“

Der Frage, was mit dem Begriff „Erstverschlimmerung“ gemeint ist, wie sie entsteht und wie sie bewertet werden muss, folgen unmittelbar weiteren Fragen: ob eine „Erstverschlimmerung“ gewünscht ist, weil sie eine gute Arzneiwirkung bedeutet? Ob es immer zu einer „Verschlimmerung“ kommen muss? Wie lange muss man die „Verschlimmerung“ aushalten? Und ist eine „Erstverschlimmerung“ wirklich schlimmer? Dies klingt ja dramatisch! Und deshalb der Reihe nach: Weiterlesen

Silicea terra – der Bergkristall in der Homöopathie

Die funkelnden Eiszapfen in meinem Fenster inspirierten mich hier das große homöopathische Arzneimittel Silicea vorzustellen. Lange haben wir hier in den Bergen mal wieder auf die winterliche Kälte gewartet. Die Tatsache, dass so nun diese gefrorenen “Wasser-Aggregatzustände“ in der klaren Wintersonne funkeln, lässt meine Phantasie abschweifen in die Bergkristallwelt tief im Inneren der Erde  mit verzauberten mystischen Gestalten. Beim Gefrieren von Wasser zu Eiskristallen können wir das Wunder der Kristallisation bestaunen!

Der Begriff Kristall stammt von dem griechischen Wort κρύσταλλος (krýstallos, zu κρύος krýos „Eiseskälte, Frost, Eis“). Es bedeutet zunächst, bei Homer “Eis“ – später dann auch alles dem Eis Ähnliche, Helle und Durchsichtige. Insbesondere der Bergkristall, aber auch farbige Edelsteine und Glas werden so genannt.

In diesen Assoziierungen sind auch einige der Wesenszüge dieser gut bekannten homöopathischen Arznei zu spüren. Die Starrheit der Eiszapfen, die Kälte, das funkelnde klare Strahlen…

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Eine Komponente der Krankheit – das Miasma in der Homöopathie

Über 12 Jahre genauer Aufzeichnungen aller Krankengeschichten, ließen Samuel Hahnemann nicht aufgeben, weiter zu forschen wie es zu erklären sei, dass gut gewählte homöopathische Arzneien in einem chronischen Fall helfen, jedoch nicht an die Wurzel des Übels heranreichen. Er postulierte, dass die Ursache für wiederkehrende Beschwerden in einer von Generation zu Generation vererbten Erkrankungstendenz liegt. Er prägte dafür den Begriff Miasma, aus dem griechischen für „Verunreinigung“. Heute kann man es eher wie eine Art Schicksalsfluss oder Färbung einer Krankheitsdisposition verstehen.

Dieses Bild aus dem 19. Jahrhundert sollte die Ausbreitung der Cholera durch schlechte Luft darstellen.
Dieses Bild aus dem 19. Jahrhundert sollte die Ausbreitung der Cholera durch schlechte Luft darstellen.

Hahnemann sprach damals schon von drei Miasmen. Der Psora (gezeichnet von Hautausschlag dem ältesten ererbten Grundübel), der Sycose (der Warzenbildung, die von der unterdrückten Gonorrhoe herrührt) und von der Syphillinie (Geschwürsbildung ererbter Syphillis).
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Der Rittersporn – Empfindsamkeit und Reaktion auf Furcht vor Verletzung

Das – jedem homöopathischen Arzneimittel innewohnende –  wirksame Energiemuster lässt sich manchmal mit ein paar kurzen, prägnanten Worten, wie eine “Eselsbrücke“, zusammenfassen. Was verstehen wir daraus von der, nach dem Ähnlichkeitsprinzip angewendeten, potenzierten Arznei?

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„Ajax suicide“ by Wilhelm Bauer (1600 – 1642)

Für die Arznei Delphinium staphisagria, dem Stephanskraut, steckt schon ein wenig im deutschen Namen “Rittersporn“. Der Legende nach wuchs die Pflanze genau dort, wo der griechische Held Ajax, entehrt, außer sich vor Wut und in Rage, sich selbst tötete und sein Blut den Boden benetzte.

Staphisagria gehört zu der Gruppe der Hahnenfußgewächse, ebenso wie Pulsatilla (die Küchenschelle), Ranunculus bulbosus (die Butterblume) oder Aconitum (der Sturmhut). Sie alle zeichnen sich durch eine besondere Empfindsamkeit aus. Aber in jedem dieser Arzneimittel gibt es diesbezüglich eine besondere „Färbung“. Im Fall von Staphisagria, geht es um die romantische Desillusionierung, um die Ehre. Da blitzt schon etwas von dem, oben erwähnten, ritterlichen Umgang hervor! Weiterlesen

„Muttermittel“ nicht nur für Baby’s Startschwierigkeiten

„In der Zeit zwischen Empfängnis bis zur Entbindung neun Monate später ist der Mensch empfänglicher für seine Umwelt, als er es in seinem Leben je wieder sein wird.“ (Ashley Montagu)
Sobald das Neugeborene auf der Welt ist, werden die Mütter mit den Bedürfnissen des Säuglings sehr „direkt“ konfrontiert. Die symbiotische Bindung geht nicht mehr über die Nabelschnur, sondern sie ist nun in der liebevollen Zuwendung, der Nähe im Stillen und dem bedingungslosen „Dasein“ vorhanden. Diese starke Bindung ist für die gesamte  Entwicklung von uns Menschen körperlich, psychisch aber auch im sozialen Sinne von zentraler Bedeutung. Weiterlesen

„Geschwefelte Rosinen“ als Arzneigabe

Die recht ungewöhnliche Fallgeschichte von der hier berichtet wird, kam auch auf besonderer Weise zu Stande.

Es geht um ein Amselmännchen – von meinem Mann wurde er „Gustav“ genannt. In unserem Haus leben wir außerdem noch mit drei Katzendamen zusammen.

Schon länger beobachteten wir diesen „selbstbewussten“ Gesellen wie er, „keck“ die Regenwürmer aus dem Rasen zog. Er hatte keinerlei Angst vor einem eventuellen Angriff eines der bekannten Raubtiere. Sich seiner selbst gewiss zeigte er eine unglaubliche Reaktionsfähigkeit im Hochfliegen, sobald eine Katze näher kam. Weiterlesen

Die Homöopathie, ist weit mehr als nur „Notfallkügelchen“ aus der Hausapotheke

Jeder von uns hat schon mal die Beobachtung gemacht wie verschieden Menschen mit ein und derselben Krankheit umgehen, oder wie unterschiedlich z B die Erscheinungsformen einer einfachen Erkältung sein können.

Wenn jemand über Halsschmerzen klagt, kann es sein dass er nicht einmal einen Rollkragen am Hals verträgt, obwohl er Wärme verlangt. Wieder ein anderer erfährt Linderung durch kaltes Wassertrinken und ein anderer reagiert schon bei dem geringsten Luftzug heftig… Weiterlesen