Coffea cruda, Schlaflosigkeit mit nervöser Aktivität: ein Fall

Mit einer Tasse Kaffee in kürzester Zeit noch schnell einen homöopathischen Beitrag zu schaffen, inspiriert mich direkt – eben über diese Energie zu schreiben! Anfangen möchte ich daher mit einem Gedicht von Ernst Jandl:

Herr Ober, ob er mal kommt.
Es gibt K Kaffee und der Löff fehlt.

Die potenzierte Arznei Coffea cruda, wird aus der ungerösteten Kaffeebohne des Arabica Kaffeebaumes hergestellt. Die Pflanze gehört zu der Familie der Rötegewächse. Homöopathisch werden einige Arzneimittel aus dieser Pflanzenfamilie verwendet, wie zum Beispiel die von Hahnemann als erste aus der Chinarinde potenzierte Arznei China officinalis oder die evtl. aus der homöopathischen Hausapotheke bekannte Arznei Ipecacuanha aus der Brechwurzel.

Ungeröstete Kaffeebohnen von H. Zell – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Den Ausdruck des Hauptthemas dieser Pflanzenfamilie könnte man folgendermaßen beschreiben: Es herrscht eine permanente Aktivität vor, gesteigert von vielen Ideen und Phantasien, die Vergnügen bereiten, ja, ein gewisses gieriges Hungern nach Anregung und Stimulation. Durch zu viel der Anregung entsteht eine Überreizung, die schließlich alles verschlimmert. Dies ist die „andere Seite der Medaille“, geprägt von Trägheit, Stumpfheit Erschöpfung mit schwindenden Gedanken.

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Der Rittersporn – Empfindsamkeit und Reaktion auf Furcht vor Verletzung

Das – jedem homöopathischen Arzneimittel innewohnende –  wirksame Energiemuster lässt sich manchmal mit ein paar kurzen, prägnanten Worten, wie eine “Eselsbrücke“, zusammenfassen. Was verstehen wir daraus von der, nach dem Ähnlichkeitsprinzip angewendeten, potenzierten Arznei?

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„Ajax suicide“ by Wilhelm Bauer (1600 – 1642)

Für die Arznei Delphinium staphisagria, dem Stephanskraut, steckt schon ein wenig im deutschen Namen “Rittersporn“. Der Legende nach wuchs die Pflanze genau dort, wo der griechische Held Ajax, entehrt, außer sich vor Wut und in Rage, sich selbst tötete und sein Blut den Boden benetzte.

Staphisagria gehört zu der Gruppe der Hahnenfußgewächse, ebenso wie Pulsatilla (die Küchenschelle), Ranunculus bulbosus (die Butterblume) oder Aconitum (der Sturmhut). Sie alle zeichnen sich durch eine besondere Empfindsamkeit aus. Aber in jedem dieser Arzneimittel gibt es diesbezüglich eine besondere „Färbung“. Im Fall von Staphisagria, geht es um die romantische Desillusionierung, um die Ehre. Da blitzt schon etwas von dem, oben erwähnten, ritterlichen Umgang hervor! Weiterlesen

Trauma überwinden und „weiter fliegen“

Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet erst einmal ganz allgemein Verletzung oder Wunde. Medizinisch bezeichnet es eine durch Unfall oder Gewalteinwendung hervorgerufene Verwundung. Analog dazu kennen wir den Begriff Psychotrauma, hervorgerufen durch eine starke psychische Erschütterung, die durch ein traumatisierendes Erlebnis hervorgerufen wurde.

Wenn diese Begriffe uns gerade in der heutigen Zeit immer wieder begegnen, ist es hilfreich sich ein paar Dinge zu vergegenwärtigen.

Das Risiko einmal im Leben ein traumatisierendes Ereignis zu erleben ist größer als man denkt. Die davon hervorgerufenen Belastungsreaktionen können oft sehr gut bewältigt werden. Dies geschieht in dem Zeitraum von ca. 4 – 6 Monaten. Das soziale Umfeld, eine gesicherte Umgebung und Verständnis können positiv zur Heilung beitragen. Die durch Selbstheilungskräfte mögliche Verarbeitung (Resilienz), kann sozusagen ein Zurückkommen, Anknüpfen an das Lebensgefühl vor dem Ereignis möglich machen. Wenn die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auftritt, ist eine Therapie dringend angeraten, nicht nur weil der Körper innerlich den „Stress“ weiter erlebt. Auch ein einfacher Reiz, kann zu einer erneuten Kaskade von überbordenden Empfindungen führen. Hier sprechen wir von einer Re-Traumatisierung. Der Betroffene bedarf dringend einer konstanten Stabilisierung und geschulter Begleitung.
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Die Honigbiene – das Arzneimittelbild von Apis mellifica

Im Jahr 1847 führte Constantin Hering, ein Schüler von Samuel Hahnemann diese potenzierte Arznei ein. Es war besonders die Heilungsgeschichte eines 12 Jährigen, von der er in Amerika erfuhr und die ihn nachhaltig beeindruckt hatte. Der kleine Junge litt an Wassersucht infolge einer Ruhrerkrankung, sein Zustand wurde immer lebensbedrohlicher. Eine Indianerin des Stammes der Narragansett empfahl den Angehörigen, mehrere Honigbienen einzufangen, sie im Backofen zu töten und diese pulverisiert dem Jungen morgens und abends im Saft einzugeben. Daraufhin verringerten sich die starken Schwellungen und das Kind war nach einigen Wochen vollständig gesund.

Schon die Symptome eines Bienenstichs, die Lebensform und das Verhalten der Biene geben Hinweise auf das „Wesen“ des homöopathischen Arzneimittelbildes von Apis mellifica. Weiterlesen

„Alle Jahre wieder?“ – Heuschnupfen und allergische Reaktionen

Der Heuschnupfen – die allergische Rhinitis gehört zu den atopischen Erkrankungen. Das Wort „Atopie“ stammt aus dem Griechischen, es heißt „Ortlosigkeit“ im Sinne von „nicht zu zuordnen“.

Das Wort „Allergie“ kommt ebenso aus dem Griechischem und bedeutet in etwa: „andere Wirkung“. Und genau das kennen die Betroffenen sehr gut. In dem Fall gibt es eine Reaktion, die eben anders ist als es eigentlich sein sollte. Es besteht die Neigung auf eine harmlose Substanz der Umwelt, z.B. Hausstaub oder Pollen mit einer Überempfindlichkeit zu reagieren. Weiterlesen

„Folgen von…-Symptome“ und „Seit dem…-nie mehr richtig erholt…“

Oft gibt es eine Causa, eine Ursache infolge dessen ein Krankheitsgeschehen seinen Lauf nimmt. Bekannt sind Folgen von Insektenstichen, fetten Nahrungsmitteln, Überbeanspruchung, Krankheiten, Narkosemitteln, Kummer oder Impfungen. Die Anwendung von Arnika als homöopathisches Mittel mit den Indikationen „Folgen von Verletzung“ wird zu häufig als Standard empfohlen. Die Wirkung tritt aber nur ein, wenn der Zustand der Verletzung auch dem „Arnika-Arzneimittelbild“ entspricht, die Anwendung nach dem „Ähnlichkeitsprinzip“ auch passt. Die Beschwerden und das Allgemein-befinden sowie die genauen Begleitumstände sollten immer differenziert mitbetrachtet werden. Es gibt eine Reihe von Arzneien mit solchen Ursachen-Komplexen. Eine Heilreaktion wird nur mit einer größtmöglichen Ähnlichkeit erzielt werden und kann nicht „eins zu eins“, im Sinne von einer Ursache und eine Arzneiwirkung erfolgt. Weiterlesen

Matricaria chamomilla L. Die Kamille

Es gibt viele Heilkräuter, die von Tieren instinktiv zur Heilung gesucht werden, gerade die Kamille ist bei vielen Tieren ein beliebtes Arzneikraut. Die Eidechsen z.B. kurieren ihre Wunden mit Kamille, nachdem sie im Streit von Schlangen verletzt wurden. Vielleicht kommt ja das erste Arzneiwissen aus dieser Art von Beobachtungen, denn seit alters her gilt diese Heilpflanze als eine der „Vierzehn Nothelfer“ in der eigenen „Kräuterapotheke“.

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