Die Brechnuss Nux vomica nur ein „Katermittel“?

Schon in den Anfängen meiner Homöopathie Ausbildung machte in diversen Bekanntenkreisen ein homöopathischer „Geheimtipp“ die Runde. Und zwar die besten Globuli für den „Tag danach“, damit war der Kater nach einer wilden Party gemeint. Manche waren so begeistert von der Wirkung, dass sie behaupteten, die Globuli immer mit dabei zu tragen.

Ja und das stimmt auch! Es ist eben diese spezielle „Kater-Indikation“ (Einsatz zum Heilzweck), die bekannt ist oder von der man evtl. schon mal gehört hat.

Aber warum ist das so? Und was steckt dahinter?

Die Brechnuss, Krähenauge oder „Strychnos nux vomica“ ist ein Strychnin haltiger Baum der in Indien und Sri Lanka heimisch ist. Er gehört zu der Pflanzen-Familie der Loganiaceae. Das sind meist Bäume, Sträucher oder Kletterpflanzen, die gemeinhin wegen ihres Alkaloids, dem Strychnin, bekannt sind. Aus manchen Arten dieser Pflanzenfamilie wird z.B das südamerikanische Curare-Pfeilgift hergestellt. Hierzulande war Strychnin lange Zeit das Rattengift der Wahl und wird bis heute immer noch als Gift assoziiert.
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Was ist eigentlich eine „Erstverschlimmerung“ in der Homöopathie

Immer wieder werde ich in der Praxis gefragt, ob es im Zuge einer homöopathischen Behandlung zu einer anfänglichen „Verschlimmerung“ kommt. Verbreitet ist die Sorge, dass es nach der Einnahme der homöopathischen Arznei zwingend zu einer heftigen Zunahme der Krankheitssymptome kommt. Verbreitet ist die Meinung: „Bei der Homöopathie wird immer alles erst schlimmer, bevor es besser wird.“

Der Frage, was mit dem Begriff „Erstverschlimmerung“ gemeint ist, wie sie entsteht und wie sie bewertet werden muss, folgen unmittelbar weiteren Fragen: ob eine „Erstverschlimmerung“ gewünscht ist, weil sie eine gute Arzneiwirkung bedeutet? Ob es immer zu einer „Verschlimmerung“ kommen muss? Wie lange muss man die „Verschlimmerung“ aushalten? Und ist eine „Erstverschlimmerung“ wirklich schlimmer? Dies klingt ja dramatisch! Und deshalb der Reihe nach: Weiterlesen

Coffea cruda, Schlaflosigkeit mit nervöser Aktivität: ein Fall

Mit einer Tasse Kaffee in kürzester Zeit noch schnell einen homöopathischen Beitrag zu schaffen, inspiriert mich direkt – eben über diese Energie zu schreiben! Anfangen möchte ich daher mit einem Gedicht von Ernst Jandl:

Herr Ober, ob er mal kommt.
Es gibt K Kaffee und der Löff fehlt.

Die potenzierte Arznei Coffea cruda, wird aus der ungerösteten Kaffeebohne des Arabica Kaffeebaumes hergestellt. Die Pflanze gehört zu der Familie der Rötegewächse. Homöopathisch werden einige Arzneimittel aus dieser Pflanzenfamilie verwendet, wie zum Beispiel die von Hahnemann als erste aus der Chinarinde potenzierte Arznei China officinalis oder die evtl. aus der homöopathischen Hausapotheke bekannte Arznei Ipecacuanha aus der Brechwurzel.

Ungeröstete Kaffeebohnen von H. Zell – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Den Ausdruck des Hauptthemas dieser Pflanzenfamilie könnte man folgendermaßen beschreiben: Es herrscht eine permanente Aktivität vor, gesteigert von vielen Ideen und Phantasien, die Vergnügen bereiten, ja, ein gewisses gieriges Hungern nach Anregung und Stimulation. Durch zu viel der Anregung entsteht eine Überreizung, die schließlich alles verschlimmert. Dies ist die „andere Seite der Medaille“, geprägt von Trägheit, Stumpfheit Erschöpfung mit schwindenden Gedanken.

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Zart besaitet – wenn Reize von außen schutzlos ins Innere strömen

„Du reagierst wieder wie ein Ei ohne Schale“, „Reagiere doch nicht so empfindlich“ oder: „Lass es doch einfach mal an dir abprallen“ sind Kommentare die viele von uns kennen. Besonders, wenn wir uns etwas geschwächt fühlen oder in einer belastenden Situation stecken, erleben wir uns mitunter als „dünnhäutig“ und nicht mehr so belastbar.
Diese Empfindsamkeit kann verstanden werden und gehört zum Wesen des jeweiligen Menschen.
Die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz: lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) Krisen zu bewältigen, kann sich je nach Erfahrungen und Einflüssen im Leben eines Menschen verändern. Grundvoraussetzungen sind unter anderem Urvertrauen und positive Erfahrungen zu mindestens einer Bezugsperson im Leben eines Kindes. Der Mensch entwickelt sich in der Regel zu einer „reifen Persönlichkeit“, wenn diese Schutzfaktoren im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden.
Was spielt sich aber bei Menschen ab, die schon in ihrer Natur feinfühlig sind? Weiterlesen

„Alle Jahre wieder?“ – Heuschnupfen und allergische Reaktionen

Der Heuschnupfen – die allergische Rhinitis gehört zu den atopischen Erkrankungen. Das Wort „Atopie“ stammt aus dem Griechischen, es heißt „Ortlosigkeit“ im Sinne von „nicht zu zuordnen“.

Das Wort „Allergie“ kommt ebenso aus dem Griechischem und bedeutet in etwa: „andere Wirkung“. Und genau das kennen die Betroffenen sehr gut. In dem Fall gibt es eine Reaktion, die eben anders ist als es eigentlich sein sollte. Es besteht die Neigung auf eine harmlose Substanz der Umwelt, z.B. Hausstaub oder Pollen mit einer Überempfindlichkeit zu reagieren. Weiterlesen