Die Brechnuss Nux vomica nur ein „Katermittel“?

Schon in den Anfängen meiner Homöopathie Ausbildung machte in diversen Bekanntenkreisen ein homöopathischer „Geheimtipp“ die Runde. Und zwar die besten Globuli für den „Tag danach“, damit war der Kater nach einer wilden Party gemeint. Manche waren so begeistert von der Wirkung, dass sie behaupteten, die Globuli immer mit dabei zu tragen.

Ja und das stimmt auch! Es ist eben diese spezielle „Kater-Indikation“ (Einsatz zum Heilzweck), die bekannt ist oder von der man evtl. schon mal gehört hat.

Aber warum ist das so? Und was steckt dahinter?

Die Brechnuss, Krähenauge oder „Strychnos nux vomica“ ist ein Strychnin haltiger Baum der in Indien und Sri Lanka heimisch ist. Er gehört zu der Pflanzen-Familie der Loganiaceae. Das sind meist Bäume, Sträucher oder Kletterpflanzen, die gemeinhin wegen ihres Alkaloids, dem Strychnin, bekannt sind. Aus manchen Arten dieser Pflanzenfamilie wird z.B das südamerikanische Curare-Pfeilgift hergestellt. Hierzulande war Strychnin lange Zeit das Rattengift der Wahl und wird bis heute immer noch als Gift assoziiert.
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„Nur Fieber“ mit dem Erleben von „altem Eisen“

„Mein Immunsystem ist schon lange nicht mehr so, wie ich es bräuchte, um mich durchzusetzen!“ Dies waren die ersten Worte des 42 jährigen Mannes der wegen häufiger Fieberepisoden zu mir kam. Die wiederkehrenden Infekte oder Zeiten mit Fieber konnte er mir nicht genauer beschreiben, als dass es eben immer wieder „nur dieses permanente Fieber“ sei.

Auf mehrere Versuche doch noch etwas mehr von diesen Zuständen zu erfahren, erklärte ich ihm, dass ich ihn mit seinen Beschwerden besser kennenlernen möchte.

Daraufhin erzählte er wie folgt: „Ich hatte in meinem Leben immer das Gefühl voller Kraft die Dinge, die es zu erledigen gab, durchzukämpfen. Dadurch war ich immer sehr beliebt bei meinen Freunden, denn die konnten sich auf mich verlassen, dass ich immer den Kopf hinhielt z.B., wenn es in der Schule Ärger gab. Für die habe ich alles gegeben! Wenn ich für mich selbst einstehen sollte, bin ich aber auch oft verlegen gewesen und habe einen roten Kopf bekommen. Normal bin ich schon immer blass. Als Kind war ich eigentlich weniger erkältet und wenn, dann hatte ich nur Husten. Das dauerte meist ewig, so dass der Kinderarzt früher schon von Krupp gesprochen hat. Jetzt ist es immer nur die Temperatur, die hoch geht, als ob da mein Immunsystem kämpft. Ja, da spüre ich, dass ich sehr schwach bin.“ Weiterlesen

„Schwimmerohr“ – Vorbeugung – Abhilfe – „Otitis externa“ Fallbeispiel

Herrlich, dieser Sommer mit Badevergnügen, ausgelassenem Toben, Schwimmen und Planschen in Pools, Schwimmbädern und Seen. Ja, wir kennen dieses fröhliche Treiben in den Sommermonaten und in unserem Urlaub sicherlich aus eigener Erfahrung.
Das sogenannte „Schwimmerohr“ kann einem dieses Vergnügen jedoch gründlich versauen! Auch die Begriffe wie „Bade-Otitis“ oder „Taucher-Ohr“ stehen für das durch Wasser im Gehörgang ausgelöste Geschehen.
Meist handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa), deren Schmerzen im Ohr sehr beängstigend und heftig sein können. Wenn es schon so weit gekommen sein sollte, ist in jedem Fall medizinische Abklärung gegenüber der Mittelohrentzündung (Otitis media) nötig!

Was kann nun in unserem Gehörgang zu solch einem Prozess führen?
Man kann es sich kaum vorstellen, dass das Wasser allein daran schuld sein soll.
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„Das Kälbchen Rosalie“ – ein Beispiel von Pulsatilla pratensis, die Kuhschelle

Ein „Arzneimittel-Bild“ in der Homöopathie, was ist das eigentlich?

Die Arzneien, welche in der homöopathischen Behandlung verordnet werden, sollten immer möglichst exakt der Ähnlichkeit des Krankheitsbildes entsprechen. Um nun ein “Arzneimittel-Bild“ zu beschreiben ist es hilfreich, ein “Krankheits-Bild“, also den Zustand (des Patienten) in der Krankheit genauer zu betrachten. Dazu gehören nicht nur die objektiven Krankheits-Symptome, wie die Beschwerden des Kranken, sondern auch die Umstände, die Modalitäten, die eine Verschlimmerung oder einer Besserung der Beschwerden auslösen dazu, die Uhrzeiten sowie die Gemütszustände, Begleitbeschwerden, als auch sonstige ungewöhnlichen Auffälligkeiten.

Diese hat Hahnemann in seinem Organon der Heilkunde im § 153 folgendermaßen beschrieben: es sind „… die auffallenden, sonderlichen, ungemeinen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles vorzüglich und fast einzig fest in’s Auge zu fassen; denn vorzüglich diesen müssen sehr ähnliche in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passende zur Heilung seyn soll.“

Mit diesen Worten, in der für uns zwar altertümlich anmutenden Sprache, aber mit einer unglaublich exakt formulierten Anweisung, können wir uns dem Verständnis der Energie der Arznei als “Kunstkrankheit“ ähnlich der Energie eines “Krankheits-Falles“ nähern. Weiterlesen

Die Dosis macht’s – Arsenicum album

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht‘s, dass ein Ding kein Gift sei.“ Dieses Zitat von Paracelsus lässt sich besonders deutlich in der Wirkung der potenzierten Arznei Arsenicum album beobachten. Allein der Name Arsen ist sofort mit dem tödlichen Gift assoziiert und wir verbinden damit allerlei Vergiftungsmorde aus Kriminalgeschichten wie z. B. „Arsen und Spitzenhäubchen“ oder auch „Der Name der Rose“.
Das metallische Arsen ist ein Element aus der Stickstoffreihe im Periodensystem. Meist ist es in einer Salzverbindung unter anderem mit Schwefel oder Antimon gebunden in der Erdkruste vorhanden. Natürlich kommt es jedoch selten vor.

Albertus Magnus gilt als erster Hersteller reinen Arsens (um 1250)

Der Name stammt vom griechischen „arsenikon“, welches das gelbe Auripigment beschreibt, eine Verbindung von Arsen und Schwefel, die „Arsenblende“ oder „Rauschgelb“. Als „Königsgelb“ war es besonders bei holländischen Malern populär.
Die Leitsymptome der potenzierten Arznei Arsenicum album (Weißes Arsentrioxid), spiegeln nicht nur die Vergiftungszeichen mit Arsen wieder, sondern stammen auch aus der Arzneimittelprüfung, die schon von Samuel Hahnemann durchgeführt wurde.
Zusätzlich aufgelistet aus all den mit Arsenicum album geheilten Fällen, die sich in der Materia Medica wiederfinden. Weiterlesen

Mercurius solubilis die feinstoffliche Energie des Götterboten Hermes

Halsschmerzen – homöopathische Hilfe wenn kein Antibiotika empfohlen oder nötig ist

„Immer wieder habe ich so eine Erkältung mit diesen schlimmen Schmerzen im Hals“, erzählte mir Herr M., Angestellter eines Versandunternehmens. „Meist wurden mir Antibiotika verordnet, nur jetzt sind die Ärzte da ja etwas zurückhaltender und empfehlen mir mit einer Krankschreibung es einfach auszukurieren. Aber das ist ja nicht so leicht, denn immer, wenn es ‚nicht glatt‘ läuft, das heißt, wenn ich nicht alles unter Kontrolle habe, kann ich mich irgendwie nicht mehr so anpassen und bekomme wieder solche Halsschmerzen. Ich bin immer in Eile, mal hier, mal da, die Anforderungen bringen es mit sich, die Lieferungen müssen erledigt werden. Ich sage immer, es ist kein Problem, aber innerlich habe ich schon Angst Fehler zu machen, da stehe ich sehr unter Druck und meine eigene Toleranzschwelle ist minimal. Ich werde leicht wütend und so passiert es schon mal, obwohl ich mich zusammenreiße, dass mir die Sicherung durchbrennt. Weiterlesen

Was ist eigentlich eine „Erstverschlimmerung“ in der Homöopathie

Immer wieder werde ich in der Praxis gefragt, ob es im Zuge einer homöopathischen Behandlung zu einer anfänglichen „Verschlimmerung“ kommt. Verbreitet ist die Sorge, dass es nach der Einnahme der homöopathischen Arznei zwingend zu einer heftigen Zunahme der Krankheitssymptome kommt. Verbreitet ist die Meinung: „Bei der Homöopathie wird immer alles erst schlimmer, bevor es besser wird.“

Der Frage, was mit dem Begriff „Erstverschlimmerung“ gemeint ist, wie sie entsteht und wie sie bewertet werden muss, folgen unmittelbar weiteren Fragen: ob eine „Erstverschlimmerung“ gewünscht ist, weil sie eine gute Arzneiwirkung bedeutet? Ob es immer zu einer „Verschlimmerung“ kommen muss? Wie lange muss man die „Verschlimmerung“ aushalten? Und ist eine „Erstverschlimmerung“ wirklich schlimmer? Dies klingt ja dramatisch! Und deshalb der Reihe nach: Weiterlesen